Trailer
Der Film
Der junge Fischer Fettah hat unter den europäischen Touristen, die jedes Jahr zum Windsurfen in sein kleines Dorf an der marokkanischen Atlantikküste kommen, viele Freunde gefunden. Auch er ist ein fantastischer Wellenreiter. Doch jedes Mal, wenn seine Freunde wieder zurück in ihre Heimat ziehen, hinterlassen sie eine unerträgliche Leere, die Fettah von einem Leben weit weg von Zuhause träumen lässt. In einem Sommer verliebt sich der sensible Fettah in Alexandra, die Freundin eines holländischen Surffreunds. Obwohl sie unerreichbar für ihn scheint, bricht etwas in ihm zusammen, als Alexandra abreist. Sein wunderschönes Fischerdorf wird ihm unerträglich eng. Der Verlust gibt Fettah die Kraft, sich loszureißen. Er packt seinen Rucksack, nimmt sein Surfbrett und begibt sich auf eine epische Reise entlang der Atlantikküste in Richtung Europa. Als ihn der Wind nach Norden trägt, vorbei an Casablanca und raus aufs wilde und erbarmungslose, offene Meer, realisiert Fettah, dass es kein Glück gibt, das keine Opfer verlangt.

Diese atemlose Reise und Liebesgeschichte über die Weiten des Ozeans hinweg entführt in eine Welt voller Naturgewalten und unbändiger Sehnsucht. In visueller Schönheit steuert ATLANTIC. durch atemberaubende Landschaften und erzählt mit großer Kraft vom Traum eines Neuanfangs und von einem Abenteuer, das größer nicht sein könnte.
Der Regisseur
Geboren in Holland und teilweise aufgewachsen in Kalifornien, war Jan-Willem van Ewijk fasziniert von Raumschiffen, nachdem er „Star Wars“ als Kind gesehen hatte. So studierte er Luft- und Raumfahrttechnik und schloss sein Studium als Flugzeugdesigner an der Technischen Universität in Delft ab. Er arbeitete für Airbus in Frankreich, Beechcraft in den USA und Bombardier Aerospace in Kanada, bevor er von der Welt des großen Geldes in London angeworben wurde, um dort als Wirtschaftsberater und Investmentbanker zu arbeiten.

Dennoch hatte er das Gefühl, dass ihm etwas Wesentliches im Leben fehlte. Mit 33 Jahren beschloss er seinen Job an den Nagel zu hängen, seine Wohnung zu verkaufen, um von nun an ein Ziel zu verfolgen, das ihn seit „Star Wars“ nicht mehr losließ. Er schrieb ein Drehbuch, kaufte eine Videokamera, setzte Freunde und Familie als Schauspieler und Crew-Mitglieder ein und drehte so seinen ersten Spielfilm NU. Mit sehr knappen Mitteln von nur $20,000 gedreht, gewann der Film den Preis für das Beste Debüt beim Dutch Film Festival, den Preis als Bester Film beim European Independent Film Festival und lief in den Wettbewerben des Montreal World Film Festivals und des Seattle International Film Festivals. Die Zeitschrift Variety bezeichnete den Film als „kleines Juwel“.

Mit seinem zweiten Spielfilm ATLANTIC. wurde Jan-Willem van Ewijk zum Sundance Lab eingeladen und gewann den Kodak NPP Development Award und den Filmmore Works in Progress Award beim Dutch Film Festival. ATLANTIC. hat er sowohl mit Amateur-Schauspielern als auch bekannten Darstellern wie Thekla Reuten (THE AMERICAN, BRÜGGE SEHEN... UND STERBEN?) und Mohamed Majd (SYRIANA, DIE FRAU DIE SINGT – INCENDIES) besetzt. Der Film feierte seine Weltpremiere beim Toronto International Film Festival 2014.

Filmografie
2014 ATLANTIC.
2006 NU.
Cast & Crew

Fettah Lamara

als Fettah

„Als ich das Meer zum ersten Mal unter meinen Füßen spürte, vergaß ich alles andere. Es war unglaublich.“

ATLANTIC.s Hauptdarsteller Fettah Lamara wurde 1974 in Rabat, Marokko, geboren. Als kleiner Junge interessierte er sich für alles, außer die Schule. Mit 20 Jahren besorgte ihm sein Onkel einen Job beim heimischen Segelclub und seit dem ersten Augenblick, in dem Fettah den Ozean entdeckte, war er süchtig nach ihm. Es dauerte nicht lange, bis Fettah ein Segelstar wurde, der den renommierten marokkanischen Jugendsegelpreis mehrere Jahre hintereinander gewann. Bald schon entdeckte er das Windsurfen, was sein Leben verändern sollte. Mit 22 Jahren zog Fettah nach Essaouira, Marokkos Windsurf-Hauptstadt, und daraufhin in das Dorf Moulay Bouzerktoun, ein Hardcore Spot für Windsurfer an der Atlantikküste, bekannt für seine gigantischen Wellen. Fettah trainierte hart und gewann mehrere marokkanische Windsurfing-Meisterschaften. Außerdem gründete er sein eigenes Restaurant mit einem Hostel, das Lawama. Dort traf er auch 2008 zum ersten Mal auf Jan-Willem van Ewijk. Dieser besuchte Moulay Bouzerktoun regelmäßig, um sein Filmprojekt voranzutreiben und bald darauf involvierte er auch Fettah, der zu einem engen Freund wurde. Während des Castings von ATLANTIC. half Fettah bei den Auditions und Proben. Bald wurde van Ewijk klar, dass er den Richtigen gefunden hatte. Keiner der erfahrenen Schauspieler brachte die emotionale Tiefe und Erfahrung mit, die für die Rolle nötig waren, noch konnten sie das geforderte intensiv physische Schauspiel leisten, ganz zu Schweigen vom eigentlichen Windsurfen auf dem Atlantik. ATLANTIC. ist Fettahs Spielfilmdebüt.

Thekla Reuten

als Alexandra

Gleich nach Ende ihres Studiums ergatterte Thekla Reuten Hauptrollen für große nationale und internationale Film- und Theaterproduktionen. Durch ihr außergewöhnliches Schauspieltalent kann sie mit Leichtigkeit zwischen den kulturellen Unterschieden der verschiedenen Produktionen navigieren. Sie spricht fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch und Italienisch) und ist momentan eine der bekanntesten Schauspielerinnen Europas. Seit dem Anfang ihrer Karriere hat sie gezeigt, dass sie über eine besonders authentische Art des Schauspielens verfügt. Sie trat in vielen großen und ambitionierten TV-Produktionen auf wie „Bella Bettien“ (AVRO, Niederlande), „Hidden“ (BBC, Großbritannien), „Restless“ (BBC, Großbritannien), und „Sleeper Cell“ (Showtime, USA). Im Kino hat sie sowohl das Publikum als auch die Presse in Erfolgen wie DA GEHT NOCH WAS, HOTEL LUX, BRÜGGE SEHEN... UND STERBEN? und THE AMERICAN bezaubert sowie in den Oscar®-nominierten Filmen JEDER IST EIN STAR! und DIE ZWILLINGE. Neben ATLANTIC. ist sie aktuell in der britischen Produktion THE LEGEND OF LONGWOOD in der Rolle der Lisa Miller zu sehen. Thekla Reuten setzt sich aktiv für die Organisationen The Green Film Making Project und Terre des Hommes ein.

Filmografie (Auswahl)
2014 ATLANTIC.
2014 THE LEGEND OF LONGWOOD
2011 HOTEL LUX
2010 THE AMERICAN
2008 BRÜGGE SEHEN... UND STERBEN?
2002 DIE ZWILLINGE
2000 JEDER IST EIN STAR!

Cast

Fettah
Fettah Lamara
Alexandra
Thekla Reuten
Hakim
Mohamed Majd
Boujmaa
Boujmaa Guilloul
Rahma
Hassna Souidi
Soufyan
Soufyan Sahli
Wisal
Wisal Hatimi
Alter Fischer
Driss Hakimi
Jan
Jan-Willem van Ewijk

Crew

Buch & Regie
Jan-Willem van Ewijk
Koautor
Abdelhadi Samih
Kamera
Jasper Wolf
Schnitt
Mona Bräuer
Ton
Christian Monheim
Tonschnitt
Gervaise Demeure
Mischung
Franco Piscopo
Filmmusik
Piet Swerts
Songs von
Mourad Belouadi
Herstellungsleitung
Marianne Lambert, Souâd Lamriki
Associate Producers
Nöelle Haitsma, Steven Novick, Aron Thompson, Philip Meyers, Karl Dillon, Hans Oerlemans
Associate Producers für NTR
Marina Blok, Sandra Beerends, Astrid Prickaerts
Koproduzenten
Marion Hänsel, Fabian Massah, Jan-Willem van Ewijk
Produzent
Bero Beyer
Produktion
Augustus Film, Propellor Film, Endorphine Production, Man's Films, Agora Film, NTR Television
Mit Unterstützung von
Feature Film Programm des Sundance Instituts, Doris Duke Stiftung für Islamische Kunst, The Netherlands Film Fund, CoBo, Eurimages, Medienboard Berlin-Brandenburg, Flanders Audiovisual Fund, Centre du Cinéma et de l’Audiovisuel de la Fédération Wallonie-Bruxelles
Regiekommentar
Im Frühling 2012 war ich zum ersten Mal in Marokko und sofort fasziniert von der Schönheit des Landes. Auf der Suche nach geeigneten Stellen zum Windsurfen fand ich mich im kleinen Fischerdorf Moulay Bouzerktoun wieder. Eine Gruppe Kinder und junger Männer war immer an unserer Seite. Manche von ihnen konnten unglaublich gut Windsurfen und sie teilten sich dabei das alte, beschädigte Equipment, das die Touristen zurückgelassen hatten.

Jahre später war ich wieder in Marokko und habe mich mit einigen der einheimischen Windsurfer angefreundet. Je besser ich sie kennenlernte, desto klarer konnte ich verstehen, wie verwirrend ihre Lebensumstände waren. Auf der einen Seite lebten sie in diesem wunderschönen Surfer-Paradies, auf der anderen Seite am Rande der Armut, doch gleichzeitig immer mit Blick auf unseren Reichtum und unsere Freiheiten. Sie waren auch die besseren Surfer, konnten sich aber kein teures Equipment leisten. Sie waren mit europäischen Frauen befreundet, die Bikinis am Strand trugen, aber zu arm, um die Frauen aus ihrem Dorf zu heiraten. Die westliche Kultur ist in jeden Winkel ihres Lebens vorgedrungen, doch konnten sie nie wirklich ein Teil davon sein. Sie sahen uns zu, wie wir kamen und gingen, aber für sie selbst waren die Grenzen geschlossen.

Während dieses Aufenthalts hatte ich zum ersten Mal die Idee, einen Film über die marokkanischen Windsurfer zu machen. Ich malte mir aus, was wohl passieren würde, wenn einer von ihnen nach Europa surfen würde. Zusammen mit meinen Freunden aus dem Dorf arbeitete ich an einer Geschichte, die ich dann später zu einem Drehbuch weiterentwickelte, auch mit Unterstützung des Robert Redford Sundance Lab und des Binger Filmlab. Ich wusste, dass ich gerne Menschen aus dem Dorf als Hauptdarsteller einsetzen wollte und hatte unheimliches Glück, dass die Person, die mir als Vorbild des Hauptcharakters diente, Fettah Lamara, auch ein starkes Schauspieltalent hat.

Zusammen mit einer internationalen Crew von Marokkanern, Holländern, Belgiern und Deutschen begab ich mich auf die epische Reise, den Film zu drehen. Ich wollte, dass sich alles so real wie möglich anfühlte, also begleiteten wir Fettah drei Wochen lang auf seinem Windsurfbrett durch die gigantischen Wellen des Atlantiks. Es war ein grausiges Abenteuer, das jeden Einzelnen an seine Grenzen brachte. Aber es war gleichzeitig auch eine unglaublich tiefe und lohnende spirituelle Erfahrung, die zu einem ganz besonderen Film geführt hat.

Jan-Willem van Ewijk
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